Angela Icken

In Deutschland hat die Gleichstellungspolitik in den vergangenen 25 Jahren einen Weg genommen von der Frauenpolitik zur Politik der Geschlechtergerechtigkeit, der fairen Chancen für Frauen und Männer im Lebenslauf. Die Bevölkerung betrachtet die Lösung von Gleichstellungsfragen zudem als besonders wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Daher findet der neue Politikansatz, dem eine Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer immanent ist, eine hohe Zustimmung. Der Aufsatz von Angela Icken beschreibt den deutschen Weg von der Frauenpolitik zur Politik der Geschlechtergerechtigkeit für Frauen und Männer und untermauert die Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer der Bundesregierung mit einigen Beispielen.

Dr. Angela Icken (1954) hat an der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität in Bonn ein Studium der Agrarwissenschaft als Diplom-Agraringenieur abgeschlossen und 1998 ein Postgraduierten-Studium im Bereich Politikwissenschaften belegt (Promotion 2002). Seit 1986 Mitarbeiterin in der Abteilung Frauenpolitik (später umbenannt in Abteilung Gleichstellung, Chancengleichheit des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Seit 1992 als Referatsleitung in unterschiedlichen Referaten. Seit 2010 Leiterin des Referates 408 – Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer. Zahlreiche Veröffentlichungen zu gleichstellungspolitischen Themen. Zwei erwachsene Söhne. Kontakt: angela.icken@bmfsfj.bund.de

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Ein Kommentar

  1. asterix

    „… der fairen Chancen für Frauen und Männer im Lebenslauf. Die Bevölkerung betrachtet die Lösung von Gleichstellungsfragen zudem als besonders wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Daher findet der neue Politikansatz, dem eine Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer immanent ist, eine hohe Zustimmung. …. “

    Immer, wenn man etwas liest, was einem völlig surreal und gespenstisch vorkommt, und wenn man sich fragt, ob diese Meinung aus in einer anderen Welt stammt, sollte man die letztere Frage einfach mit ja beantworten und überlegen, ob es einen wirklich betrifft und man seine Zeit verwenden sollte, sich damit auseinanderzusetzen. So geht es mir beim Kreationismus, aber auch beim oben zitierten Text.

    Hier also umgekehrt einige Impressionen aus einer anderen, meiner Welt, damit das nicht so unkommentiert stehenbleibt: „Die Bevölkerung“ (sogar der weibliche Anteil darin, und generell die unter 30 Jahre alten) zuckt dort beim Thema Feminismus nur noch erschrocken zusammen und möchte nichts mehr davon hören. Die Frauen, weil sie keine Lust haben, sich von Ideologen aus einer anderen Welt Vorschriften machen zu lassen, wie sie leben sollen. Die Männer sowieso, die ihren aktuellen Status als Mensch zweiter Klasse (potentielle Vergewaltiger und Unterdrücker, Geheimbündler, die nur dank finsterer Mauscheleien unverdient auf ihren Stellen sitzen) direkt auf den Feminismus zurückführen. Gleichstellung ist das Unwort des Jahrzehnts, weil es im Alltag subjektiv als das exakte Gegenteil, die einseitige und ungerechte Bevorzugung von Frauen, erfahren wird.

    In dieser Welt wird die offizielle Gleichstellungspolitik als Sprengsatz für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft empfunden, weil sie Probleme herbeiredet oder konstruiert. Eine gesellschaftliche Frontlinie zwischen Männern und Frauen wird etabliert, auf die man gerne verzichten würde, es gibt wirklich dringendere Probleme. Die Armada der offiziellen und inoffiziellen Frauenbeauftragten wird so ähnlich wahrgenommen wie die Blockwarte in der DDR, die jeden kleinsten Widerstand an der Basis gegen die offizielle Doktrin unterdrücken sollen. Mit denen spricht man besser nicht, jedes falsche Wort kann gegen einen verwendet werden. Die Armada an der Basis wird an der Spitze ergänzt durch Leitfiguren wie vdL, Schwarzer oder Reding, die unermüdlich die Überlegenheit der weiblichen Spezies predigen und noch mehr Macht für die Frauen fordern. Ingesamt entsteht das Bild einer Armee von 10 – 20.000 Personen alleine in Deutschland, die mit Stabsstellen u.a. im MBFSFJ, bei den Parteien usw. über alle Ebenen hinweg gut durchorganisiert ist und die Frauen als die neue Herrinnen etabliert. Es ist schon viel erreicht, in den 60er Jahren durfte eine Frau nur arbeiten, wenn ein Mann (der Ehemann) es genehmigte, heute ist es umgekehrt, zumindest in großen Betrieben, dort hat die Frauenbeauftragte jetzt die Machtposition des Ehemanns.

    Zurück zum eingangs zitierten Text: in meiner Welt kann man diese Aussagen als Reisebericht aus einer fremden Welt oder, der ungünstigere Fall, als Verlautbarung aus dem Ministerium für Wahrheit auffassen, das nur eine Finte ist, mit der man in ein Falle gelockt werden soll. Das Mißtrauen gegen die Gleichstellungsarmee sitzt tief, man glaubt natürlich kein Wort.

    Dazu tragen auch Erfahrungen bei wie das vom MBFSFJ finanzierte Bundesforum Männer, das sich offiziell als Lobby für Männer bezeichnet und sich konsequenterweise im Rahmen des equal pay day für die bessere Bezahlung von Frauen einsetzt. Haha. Für wie blöde hält man die Männer eigentlich? Dieser Fake ist dermaßen plump, man steht wieder mal vor einem Rätsel, wer sich das ausgedacht hat (so ähnlich wie beim neusten Einfall von Frau Reding, dem Werbevideo „Girls in Science“).

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: alleine die personelle Besetzung legt es sehr nahe, daß diese Seite bzw, Aktion genauso ein Fake wie das Bundesforum Männer ist.

    Um noch einmal auf die militärischen Vergleiche zurückzukommen, (auch wenn das überzogen ist, manchmal muß man übertreiben, um geistige Blockaden zu knacken): Sie haben eine vergleichbare Machtposition wie Herr Assad im Bürgerkrieg in Syrien. Offiziell werden Verhandlungen angeboten, aber das tägliche Artilleriefeuer an der Front geht weiter. Machen Verhandlungen da Sinn? Ohne Waffenstillstand wohl nicht.

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