Kategorie: Michael Tunç

Michael Tunç

Männlichkeiten sind entlang der Dimensionen Ethnizität, Klasse, sexuelle Identität, Alter, (Dis)Ability/Behinderung und weiteren vielfach ausdifferenziert. Männerpolitische Konzeptionen im deutschsprachigen Raum neigen aber dazu, diese Diversitäten und die damit einhergehenden Ungleichverhältnisse zu ignorieren oder nur oberflächlich zu bearbeiten. Der Autor Michael Tunç schlägt männerpolitische Umgangsweisen mit Differenz vor, die sich an einem menschenrechtlich fundierten Gerechtigkeitsideal als Ziel von Männerpolitik(en) orientieren. Er überträgt das «männerpolitische Dreieck» von Michael Messner (1997) und verbindet es mit dem Ansatz der Intersektionalität (vgl. Tunç, 2010). Der Begriff der progressiven Männlichkeiten als eigenständiges Deutungsmuster wird eingeführt. Skizziert wird so eine Männerpolitik mit dem Horizont intersektionaler und rassismuskritischer Emanzipationsbündnisse für Geschlechtergerechtigkeit. Auf diesem Weg muss die gleichstellungsorientierte Männerbewegung einerseits abwertenden, insbesondere antifeministischen Strömungen in klarer Abgrenzung entgegen treten, andererseits eine aktive Öffnung anstreben, um durch neue Männer und Diversitäten bereichert und in ihrer antihegemonialen Ausrichtung glaubwürdig zu werden.

Michael Tunç (1967) ist Diplom-Sozialpädagoge und arbeitet im Rahmen seiner Dissertation (Universität Wuppertal) sozialwissenschaftlich zu Männlichkeit, Väterlichkeit und Migration/Rassismus. Er ist tätig in der Schulsozialarbeit und Väterarbeit, engagiert sich im Väter-Experten-Netz Deutschland e.V. und bei Väter in Köln e.V. Aktuell arbeitet er an der Gründung des bundesweiten Netzwerks Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeit mit, das bereits Mitglied im Bundesforum Männer ist. Kontakt: post@michael-tunc.de

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