Kategorie: Uli Boldt

Uli Boldt

Mädchen und Jungen partizipieren mit unterschiedlichem Erfolg an den schulischen Angeboten. Bei den schulischen Abschlüssen schneiden die Mädchen seit vielen Jahren erfolgreicher als die Jungen ab. Werden der Unterricht gestört oder schulische Regeln missachtet, dann sind eher Jungen als Mädchen beteiligt. Nachdem in den zurückliegenden Jahren eher die Förderung der Mädchen im System Schule diskutiert wurde, rücken nunmehr auch die Jungen in den pädagogischen Fokus. Dabei soll die Förderung der Jungen nicht zu Ungunsten der Mädchen erfolgen. Uli Boldt fordert in seinem Beitrag eine geschlechterbewusste und -gerechte Gestaltung der kooperativen Schule, die den Bedürfnissen und Interessen beider Geschlechter gerecht wird. Der Beitrag versucht zu verdeutlichen, welche Anforderungen sich dem Bildungswesen stellen, damit der Anspruch des Konzepts einer geschlechterbewussten Schule erfüllt wird. Dabei versteht er die Etablierung jungenspezifischer Ansätze als Aufgabe, die zwar durch einen politischen Auftrag abgestützt sein soll, nicht aber «von oben» verordnet werden kann. Um nachhaltig Wirkung zu zeigen, müssen solche Ansätze aus der Schule selbst wachsen. Der Beitrag zeigt, welche Bedingungen und Aktivitäten diesem Ziel zuträglich sind. Eine Erhöhung des Anteils männlicher Lehrkräfte ist dabei ein notwendiges, aber nicht hinreichendes Element.

Uli Boldt (1951) ist seit 1974 Lehrer an der Martin Niemöller-Gesamtschule Bielefeld und von 2004 bis 2010 als abgeordneter Lehrer an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld tätig. 2010 Rückkehr in den Schuldienst, Moderator für Lehrkräftefortbildungen bei der Bezirksregierung Detmold für die Themenbereiche «Gender Mainstreaming», «Jungenarbeit» und «Berufs- und Lebensplanung von Mädchen und Jungen», seit 1990 Erfahrungen in der schulischen Jungenarbeit und im Bereich der geschlechtersensiblen Berufsorientierung, Zusammenarbeit mit den Modellprojekten «Girls‘ Day» und «Neue Wege für Jungs». Kontakt: uliboldt@gmx.de

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